Das vorerst letzte Schild zeigt „Central Kalahari – 200 m“, das Navigationsgerät zeigt „Off Road“. Ich aktiviere den Allrad-Antrieb von „Bigfoot Peterson“, so wurde der Jeep von meinen südafrikanischen Freunden getauft, hole nochmal tief Luft und biege ab – ins Nichts! Die letzte Tankstelle liegt 250 km hinter mir, die nächste ist in Maun. Diese Stadt befindet sich bei meiner geplanten Route 480-500 km vor mir…Seit ungefähr 150 km, für die ich 6,5 Stunden (reine Fahrtzeit) gebraucht habe, ist mir kein einziges Fahrzeug begegnet. Von Menschen oder Zivilisation nicht die Spur.
Meine Gedanken kreisen ständig um die Landkarte des Parks und um’s Navi. Der Blick ist konzentriert auf die Stra… den Track gerichtet und schweift permanent zu den Anzeigen von Motortemperatur und Benzin. Wenn dann alles gecheckt ist und der Sonnenstand beweist, dass das Navi keinen Mist erzählt, wird kalkuliert, wie viele km der Tank selbst bei sandigster Strecke und dementsprechend höherem Verbrauch noch hält.
Inzwischen liege ich in meinem Dachzelt und campe (illegal) an einem Wasserloch inmitten der Zentral-Kalahari. Am Wasserloch trinkt gerade eine Giraffe und entfernt kann man das Gebrüll der Löwen hören. Hinter meinem Zelt raschelt irgendwas im Gebüsch, aber ich habe hinten kein Fenster und kann nicht schauen. Außerdem wäre es sowieso zu dunkel. Vielleicht wieder ein Python, so wie das Monster, das mir gestern beim Zeltaufbau über den Weg gelaufen ist?
Ich drehe mich um, mein Rücken bedankte sich für 9 Stunden Autofahrt über übelste Pisten und die Matratze vom Dachzelt ist nicht die Dickste. Egal, jetzt wird geschlafen, es ist schon nach halb neun und morgen um fünf bei Sonnenaufgang geht’s spätestens weiter…