Die Überquerung der Grenze von den USA nach Kanada verlief ähnlich problemlos, wie ein paar Wochen zuvor, als wir von Tritzi und Bob in Seattle nach Vancouver fuhren. Die einzige Frage an der Grenze war die, wo wir denn Fußball schauen könnten, denn obwohl Schlaaand nicht im Finale war, wollte Jan doch das Ereignis live mitverfolgen und setzte sich gegen die Mädels durch.  Da Jans Rückenprobleme trotz Einrenken keinen Meter besser geworden sind, fuhren wir zügig nach St. John, der nächstgrößeren Stadt. [flickrvideo]https://www.flickr.com/photos/verenamohr/4823805444/[/flickrvideo]
Jan verbrachte die meiste Zeit der Strecke auf der Matratze im hinteren Teil des Vans, das zwar nicht erlaubt ist, da aber jegliche Form der Sitzerei nach 5 Minuten quälend schmerzte, war ihm das jedoch völlig gal. Der junge Mann aus der Touristinfo staunte nicht schlecht als er vom gekrümmt vor ihm stehenden Jan nach dem besten Chiropraktiker und nicht nach Sehenswürdigkeiten gefragt wurde. Die Zeit bis zum Termin beim Arzt verbrachte Jan hauptsächlich im Whirlpool des Stadtschwimmbads, denn das heiße Wasser sorgte immerhin dafür, dass er anschließend ein paar Minuten schmerzfrei und mit einigermaßen gradem Rücken laufen konnte. Während er dann zum Onkel Doktor stiefelte, schickte Jan die Mädels shoppen – ein böser Fehler wie sich später herausstellte…Nach Untersuchung, Röntgenaufnahmen und zwei Tagen Behandlung machte der Onkel Doktor Jan vorsichtig klar, dass er dieses Übel nicht innerhalb von ein, zwei Tagen wieder los werden würde. Immerhin war er jedoch wieder eingerenkt und diesmal auch professionell an den richtigen Stellen. Wir fuhren weiter zum nächsten Nationalpark (mit Jan auf der Matratze), doch die nächste Krankheit ließ nicht lange auf sich warten. Franzi war schon seit dem Morgen ein wenig übel und während der Fahrt musste Verena mehrmals am Straßenrand anhalten und Franzi kotzte sich die Seele aus dem Leib (war ja auch nix anderes zum Kotzen da, denn gefrühstückt hatte sie noch nicht). Die arme Verena: neben sich die kranke Schwester, hinten auf der Matratze ihren Krüppelfreund, spielte Chauffeuse, Krankenschwester, Einkäuferin und Mädchen für alles gleichzeitig. Mehr aus Not stoppten wir auf dem nächstliegenden Campingplatz, bauten das Zeit auf und legten die völlig erschöpfte Franzi auf die Luftmatratze zum ???-Hören. Nach weniger als 2 Minuten war sie eingeschlafen. Zum Glück hatte sie sich (wahrscheinlich wegen der wenig schmackhaften Tüten-Pilzsuppe vom vorherigen Abend) nur den Magen verdorben und nach ein paar Stunden ging sie wieder in ihre Normalform über und hatte gleich wieder Appetit auf Gummibärchen. Somit hatten wir wieder einmal durch unvorhersehbare Zwischenfälle Zeit verloren. Wir machten uns aber trotzdem voll neuer Hoffnung (auch darauf endlich mal ein spannenderes Tier als das einheimische Eichhörnchen zu entdecken) auf den Weg zum nächsten Nationalpark.