Am zweiten Juli 2010 war es dann endlich so weit: Verenas und Jans Beziehung, die seit nun mehr 291 Tagen
u n u n t e r b r o c h e n 24 Stunden am Tag aufeinander hocken auszuhalten hatte, bekam etwas frischen Wind in Form von Franzi, die uns die letzten vier Wochen unseres Trips begleiten sollte.
Wir hatten während unserer Reise durch Argentinien Kevan kennen gelernt. Kevan war angehender Arzt, arbeitete in der Bronx und was noch viel besser war: Er und seine Freundin Cynthia bewohnten ein Appartement in der Upper Eastside in Manhattan, welches er uns kostenfrei zur Verfügung stellte. Wir waren also mal wieder mittendrin statt nur dabei.
Franzi – das erste Mal interkontinental unterwegs – stieg in Frankfurt in den Flieger und sollte zwei Stunden später in London umsteigen, in die Boeing 747 nach New York. Leider brachte der Flieger von Frankfurt nach London schon so viel Verspätung mit, dass der andere schon weg war. Na klasse, erster Flug und gleich mal in Heathrow stecken geblieben. Aber Franzi blieb cool, sie hatte ja auch 2.000 Dollar im Handgepäck, die Jan vor einem Jahr versehentlich vergessen hatte, als es nach Afrika ging. Aber glücklicherweise kam sie auf den letzten Flieger raus aus London und kam ein paar Stunden später an, als geplant. Pflichtgemäß rief sie uns zwei Mal an. Einmal um zu sagen, dass sie den Flieger verpasst hatte und einmal, um mitzuteilen, dass sie trotzdem noch am gleichen Tag anreisen würde. Bei uns war’s halt mitten in der Nacht und Cynthia unsere großzügige Couchspenderin war vermutlich nicht begeistert, aber wir konnten sie mit einem Skinny Vanilla Latte von Starbucks am nächsten Morgen besänftigen.
Franzi war eigentlich ziemlich müde, aber um einem Jetlag gleich vorzubeugen, verboten wir ihr, zu schlafen und es ging gleich los mit typisch amerikanischem Abendessen, fette Burger und anschließend haben wir noch mit Cynthia „Privacy“ gespielt.
Am nächsten Tag ging’s morgens zum „Schneider“ (www.zumschneider.com), Fußball schauen. Franzi steckte die Zeitumstellung offensichtlich doch noch ein wenig in den Knochen, denn sie übersah einen Hydranten und rannte erstmal volle Lotte dagegen. Schmerzhaft musste sie feststellen, dass die amerikanischen Hydranten ebenso hart sind, wie die deutschen. Wir humpelten weiter und kamen natürlich zu spät. Kein Einlass mehr beim Schneider. Immerhin hatte die Bar nebenan auch geöffnet und einen großen Fernseher. Jeder hoffte ja insgeheim auf einen Sieg, aber dass die Argentinier derart abgeschlachtet werden würden, war ein Traum für alle Deutschen in New York (und das sind nicht wenige). Verena und Franzi wollten nun los, einiges an Sightseeing machen, was Jan schon kannte (Chrysler Building, Empire State Building, etc.) also verabredeten sie sich für abends am Empire State Building. Jan nahm sich den Sieg (und das Freibier) allerdings so zu Herzen, dass er die Verabredung regelrecht verschlief. Die beiden Mädels hatten umsonst gewartet, sich Sorgen gemacht und waren stinksauer – zurecht! Geknickt und mit schlechtem Gewissen verbrachte Jan die Nacht im Auto und traute sich am nächsten Morgen erst wieder mit feudalem Frühstück und frischem Kaffee von Starbucks rein. Leider reichte das noch nicht ganz zur Versöhnung. Zu allem Überfluss hatte Jan sein Handy dem Taxifahrer geschenkt. New York lenkte glücklicherweise ein wenig ab und nach einer lustigen Bilderserie auf dem Empire State Building in 442m Höhe wurde auch die Stimmung wieder besser. Jan sah auf den Bildern allerdings noch ziemlich verstrahlt und ein wenig aufgequollen aus. Abends – es war zufälligerweise der 04. Juli –  also der Unabhängigkeitstag in den vereinigten Staaten, machten sich die Mädels ab zum Feuerwerk und zur Party auf dem Times Square, Jan hingegen ruhte sich aus. Als nächstes geht’s nach Boston, immer noch mit einem Klappstuhl als 3. Sitz und noch ohne Helm und ohne Gurt, aber da Jan in der Regel dort sitzt und ihm nach einer Stunde der Hintern weh tut, ist das das nächste Projekt, dem er sich annehmen wird.