under Downunder: Tasmanien, die Welt der Beutelteufel
written by admin am 1. Dezember 2009 | archived in Australien, Tasmanien
68.000 km2 Insel, noch nicht einmal 1% von Australien. Knapp 500.000 Menschen leben hier und 43% des Landes sind geschützter Nationalpark. Tolle Landschaften und geheimnisvolle Tiere, wie z.B. der “Tasmanische Teufel” – Grund genug, sich die Insel einmal näher anzuschauen…
Für Hendrik war es die 6. Nacht am Stück, die er a) n a c h zwölf Uhr ins Bett ist und b) am nächsten Morgen v o r 6:30 Uhr aufstehen musste. Wir hatten Tag für Tag nach „relocations“, also Campern die nach Tasmanien gebracht werden mussten, geschaut. Als am Freitag wieder kein Angebot zur passenden Zeit dabei war, lief uns die Zeit davon und wir haben schweren Herzens einen Flug und einen Mietwagen am Samstagmorgen nach Launceston, Tasmanien, gebucht.
Am Flughafen angekommen, ging’s gleich mit dem Mietwagen nach dem Frühstück in die Cradle Mountains, einem Nationalpark mit fantastischen Bergen, wunderschön gelegenen Seen und tollen Walking-Tracks. Leider hatten wir nur von Samstag bis Dienstag Zeit und mussten uns die Sahnestückchen Tasmaniens rauspicken. Die Fahrt dauerte bis in den Nachmittag, es war allerdings noch Zeit für einen 2-Stunden-Track zum „Crator Lake“.
Auf dem Rückweg stolperten wir über einen Wombat, der völlig unbeeindruckt rund um uns herum graste. Bei dem Versuch, die schönsten Fotos zu machen fing sich Jan (wieder einmal) einen Blutegel ein, den er beim Abendessen bemerkte. Nachdem jeder sich nach weiteren dieser Mistviecher durchsucht hatte, konnte Entwarnung gegeben werden.
Verena war nach dem Essen müde, Hendrik und Jan jedoch wollten noch einen der tasmanischen Teufel in der Dämmerung erwischen und zogen wieder los. So ging es durch feuchte Wiesen und flache Bäche, Jan mit wasserdichten Wanderschuhen und Löchern in der Sohle und Hendrik mit passenden, wasserdurchlässigen, flachen Sneakers.
Mit klatschnassen Füssen und erfolglos kamen die beiden wieder vor die Hütte. Hendrik stapfte zum Plumpsklo und Jan wollte sich die Schuhe ausziehen, als er 4 weitere der blutsaugenden Teufel erspähte – alle auf seiner linken Hand. Sich die Klamotten vom Leibe reissend, rief er Hendrik zu, das gleiche zu machen und die beiden entdeckten alles in allem ca. 20-30 weitere der fiesen Würmer, von denen sich zum Glück “nur” zwei bereits festgesaugt hatten – einer an Hendriks und einer an Jans Bein. In einer erbarmungslosen Tötungsaktion wurde allen Blutegeln der Garaus gemacht, entweder Feuertod oder sie wurden von Jans Taschenmesser zerschnitten (in vier Teile, nur um ganz sicher zu gehen).
Verena – heilfroh, dem Nachtspaziergang nicht beigewohnt zu haben – verarztete dann die beiden blutleeren und arg mitgenommen dreinschauenden Reisebegleiter. Erst jetzt wurde uns auf einmal klar, warum die ganzen anderen Wanderer so komische Gummiüberzieher von Hikingschuh bis Knie angeschnallt hatten – naja jeder fängt mal klein an
Am nächsten Tag mussten erst mal neue Trekkingschuhe für Jan gekauft werden, der sich heulend von seinen extra nach Melbourne geschickten Tretern verabschieden musste. Anschließend konnte wieder geklettert werden, allerdings machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Die Bilder von der „Bay of Fire“ und von „Wineglass Bay“ sind daher eher natürlich als atemberaubend.
Immerhin retteten wir auf dem Weg nach Wineglass Bay einen Kokaburra, der sich mit gebrochenem Flügel ziemlich leicht fangen ließ.
Um den doch spürbar höheren Reisekosten in Australien ein Schnäppchen zu schlagen, wurde wieder nach Couches bei www.couchsurfing.com geschaut und verstärkt Anfragen gestellt und siehe da, gleich zwei Angebote flatterten per E-Mail bzw. SMS ins Haus und somit konnten wir in Hobart kostenlos bei Naarma, einer aus Israel stammenden Studentin übernachten und bekamen am nächsten Morgen gleich noch ein Frühstück serviert.
An unserem letzten Tag in Tasmanien fuhren wir auf die „Tasman Peninsula“ und konnten bei Sonnenschein tolle Aufnahmen von Buchten, Felsen und Stränden machen, bevor wir den Mietwagen wieder zurückgaben und uns in den Flieger nach Sydney setzten.
Dort verbringen wir eine Nacht bei Matthias, einem Freund von Patric, bevor wir wieder einen Camper haben und die Ostküste Australiens von Sydney über Goldcoast, Brisbane, das Great Barrier Reef und Cairns entlang Richtung Norden fahren.
8 Kommentare »
am 1. Dezember 2009 um 19:16 1.LQP Pro schrieb …
Coole Geschichte! Richtet mir viele Grüße an Matze aus. Cheers Patric
am 2. Dezember 2009 um 01:10 2.Uncle schrieb …
30 Blutegel, aber wenigstens nicht vom
Teufel gebissen!
Der Kokaburra reist jetzt als Maskottchen mit?
Wunderschön in Wort und Bild! Viel Glück
weiterhin
Uncle
am 2. Dezember 2009 um 08:11 3.Rudi Mitsch schrieb …
Hallo, habe gerade zufällig Euren Blog gelesen. Wenn Ihr Euch einen Camper mietet dann solltet Ihr darauf achten wie hoch die Selbstbeteiligung ist bei einem Schaden. Ich würde Euch empfehlen, die Höhe der Selbstbeteiligung soweit wie möglich zu senken. Meistens wird es aber dadurch doch ziemlich teurer als man gedacht hat. Eine Alternative wäre vielleicht, wie es ein Freund von mir gemacht hat, eine Selbstbeteiligungversicherung abzuschließen. Das könnt Ihr am Internet machen. Die Webseite heißt http://www.selbstbeteiligung-versicherung.de. Da könnt Ihr Höhe der Selbstbeteiligung bis € 5500 auf null bringen. Kostet 6,50 pro Tag. Gilt übrigens weltweit. Sonst noch eine schöne Reise. Rudi
am 9. Dezember 2009 um 22:19 4.Armin schrieb …
Nicht schlecht die Geschichte mit den Blutegeln! Das hätte ich mir ja gerne angeschaut. Aus sicherer Entfernung versteht sich. P.S. Der Schreibanfang ist gemacht… Viele Grüße aus good old Germany
am 13. Dezember 2009 um 22:18 5.Scali schrieb …
Servus ihr zwei – ergänzt meine Urlaubsmitbringselwunschliste bitte um ein Wombat! Dankeschön! Viele Grüße aus dem kalten Tschörmanie!
am 17. Dezember 2009 um 10:15 6.Dani schrieb …
Hab grad dem ganzen Büro von euren neuen Einträgen erzählt ! Am besten finde ich irgendwie das Couchsurfing…super Sache ! Mann Mann, wen und was ihr alles kennengelernt habt…und ihr seit grad mal drei Monate weg!!! Knutscha
am 27. Dezember 2009 um 12:48 7.Horst schrieb …
Hallo Ihr Zwei Weltreisende,
habe auch mal Zeit gefunden Eure Reise zu bgleiten
und finde es schön, so etwas in jungen Jahren machen
zu können. Bin davon überzeugt, dass Ihr Euer ganzes
Leben lang davon ” zehren ” könnt. Eure Beschreibungen
der Reiseerlebnisse sind so gut, dass man sich direkt
auch neben Euch fühlen kann und miterleben kann, was
Ihr erlebt.
So wünsche ich Euch beiden, nicht nur, dass Ihr
ein schöneres ” anderes Weihnachstfest” erlebt habt und
dass Ihr Gesund und Munter ins Jahr 2010 kommt.
Nicht nur dieses sondern kommt wir oder uns allen
Gesund von der Weltreise zurück.
Alles erdenklich Gutes und noch eine schöne Zeit
Horst und Dörte sowie Torsten und Diana
T`schüss bis dann.
am 16. Januar 2010 um 16:05 8.Lina schrieb …
Ich verfolge eure Berichte jetzt ja schon seit einiger Zeit und freu mich immer wieder, wenn es neue gibt!
Eure Berichte lesen sich soo interessant. Klar, ist ja auch was außergewöhnliches, in 1 1/2 Jahren um die Erde, was nicht jeder macht.
).
Ich liebe Australien und habe diesen Artikel regelrecht verschlungen. Vergesst nicht, genug Fotos zu machen (und sie einzustellen